These 06

In Zukunft werden sich Gewerkschaften vor allem über Angebote zur Qualität der Arbeit (Erwerb von Qualifikationen, Schutz vor Diskriminierung und Überforderung, Entwicklung von Karrierepfaden) definieren.

Ergebnis

Tendenziell gehen die Experten davon aus, dass sich die Gewerkschaften zukünftig vor allem über ihre Angebote zur Qualität der Arbeit definieren werden. Knapp die Hälfte der Befragten hält dies für sicher oder wahrscheinlich, mehr als ein Fünftel immerhin für möglich. Allerdings gibt es auch eine starke Minderheitenmeinung. 30 Prozent der Befragten vertreten die These, dass eine Neudefinition der Gewerkschaftsarbeit unwahrscheinlich ist. Beim Eintrittszeitraum erwarten mehr als die Hälfte der Befragten eine Neudefinition von Gewerkschaftsarbeit bis zum Jahr 2025.

Expertenmeinung

Die Digitalisierung wird die Arbeit massiv verändern. Sie wird flexibilisiert und individualisiert. Hinzu kommt, dass für die Angehörigen der Generationen Y (geboren zwischen 1977 und 1997) und Z (geboren ab 1998) die Interessenvertretung durch Gewerkschaften eine eher untergeordnete Rolle spielen wird. Die jüngeren Mitarbeiter sind Anwälte ihrer selbst und bringen Forderungen nach Work-Life-Balance oder nach individuellen Karrierewegen selbstbewusst vor. Nach der Mehrheitsmeinung der befragten Experten werden Gewerkschaften im Rahmen ihrer Tarifpolitik mehr Einfluss auf die Umgestaltung der Arbeitswelten nehmen. In ihrer neuen Funktion nehmen sie über die Organe der Mitbestimmung Einfluss auf Unternehmen. Sie befördern damit indirekt Qualifizierungsmaßnahmen und schützen noch umfassender als heute vor Diskriminierung am Arbeitsplatz. Eine mit 30 Prozent starke Minderheit der Experten ist der Auffassung, dass sich die Rolle der Gewerkschaften wenig verändern wird. In den hochentwickelten Volkswirtschaften steht zu erwarten, dass die Digitalisierung auch hochqualifizierte und gutdotierte Arbeitsplätze bedroht. Dies nimmt die Gewerkschaften in die Pflicht, diese Arbeitsplätze zu schützen und für auskömmliche Einkommen zu sorgen.

Halten Sie diese Aussage für wahrscheinlich?

sicher nicht: 0%
unwahrscheinlich: 30%
möglich: 22%
wahrscheinlich: 41%
sicher: 7%

In welchem Zeitraum tritt dieses Ereignis ein?

bis 2025: 56%
nach 2025: 26%
nie: 19%
Zurück zur Übersicht

RAG-Stiftung
RAG-Stiftung
RAG-Stiftung