Anfang 2017 startete "Glückauf Jugend Kohle für coole Projekte" mit einem Aufruf an alle Jugendzentren in den Bergbauregionen an Ruhr, Saar und Ibbenbüren. Gesucht wurden Projekte, die entweder zur Persönlichkeitsentwicklung von Kindern beitragen oder dem Erwerb sozialer Kompetenzen dienen.

Zahlreiche Einrichtungen nutzten ihre Chance: 283 Jugendzentren aus 69 Städten und Gemeinden reichten Anträge ein. Insgesamt fördern die RAG-Stiftung und die IG BCE über 400 Projekte mit je 2.018 Euro. Damit werden rund 14.000 Kinder und Jugendliche erreicht.

 

 

 


Die meisten Projekte wurden in der Kategorie "Zusammenleben von Kindern und Jugendlichen" gefördert. Insgesamt 27 Prozent der eingereichten Projekte kamen hier zusammen.

Die Jugendzentren fanden unterschiedliche Antworten auf die Frage: Wie kann man Kindern und Jugendlichen die gängigen Konventionen, Regeln und Werte nahebringen, die für ein harmonisches Miteinander in der Familie, mit Freunden, in der Nachbarschaft und der Gesellschaft notwendig sind?

Neben "Gardening" Projekten, die das Miteinander der Generationen förderten, boten die Einrichtungen unter anderem Wochenendausflüge als Teambuilding-Maßnahmen, Selbstverteidigungskurse, gemeinsame Bauprojekte oder Kursreihen zum Thema "Partizipation" an.


Einen eigenen Song produzieren in Sprockhövel

 

 

Ab ans Mikro!

Wie kann man Gefühle und Gedanken besser zum Ausdruck bringen als über Musik? Das dachten sich auch sechs Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren als sie sich gemeinsam mit Musikproduzent Philipp Kersting daran machten, im AS Jugendzentrum Niedersprockhövel einen eigenen Song zu schreiben.

Bei einem ersten Treffen wurde schnell klar: Alle wollten vor allem eines – singen!

 

 

 

Einen Songtext schreiben wie Profimusiker

Anhand der eigenen Lieblingsmusik wurden Aufbau und Struktur eines Songs besprochen.

Bei einem ersten Brainstorming entwickelten die Jugendlichen Themenvorschläge. Mit dem Thema "Smartphone-Sucht" konnten alle direkt etwas verbinden.

Durch verschiedene Techniken und Methoden, wie zum Beispiel freies Schreiben, lernten die Jugendlichen Gefühle, Gedanken und Beobachtungen über Sprache auszudrücken.

Ihre Ideen fassten sie schließlich in einem harmonischen Songtext zusammen.

Was sind eigentlich "Smombies"?

Im fertigen "Smombie-Song" singen die Jugendlichen über Menschen, die wie Zombies durch die Welt laufen, weil sie nur noch auf ihr Smartphone starren.

Aus beiden Wörtern entstand in der Jugendsprache das Kunstwort Smombie, welches 2015 sogar zum "Jugendwort des Jahres" gekürt wurde.

Vom geschriebenen Text zum fertigen Lied

Gemeinsam mit Philipp Kersting komponierten die Jugendlichen über ein spezielles Computerprogramm die passende Musik zu ihrem Liedtext.

Nun musste das Lied nur noch in der Gruppe einstudiert und eingesungen werden. Dabei wurden die Jugendlichen durch einen jungen Musiker aus Sprockhövel unterstützt.

Etwas ganz Besonderes war der abschließende Besuch im Tonstudio. Nach dem Einsingen des Songs hielten alle ihre erste selbst produzierte CD in Händen.

 

 

 

 

 

Bühne frei für den großen Auftritt

Die Weltpremiere ihres Songs feierte die Gruppe beim großen Familienfest zum Weltkindertag in Haßlinghausen. Hier präsentierten die jungen Songwriter ihr Lied live vor Publikum.

Großer Höhepunkt war schließlich der Auftritt beim SchichtFest in Sprockhövel. Trotz einer erkrankten Bandkollegin war den Sängern ihre Nervosität auf der Bühne kaum anzumerken.

Fällt seitdem das Wort "Smombie" im Jugendzentrum, summen Jugendliche wie auch Mitarbeiter direkt den dazugehörigen Smombie-Song. Und so geht es jedem, der ihn hört:

 

 

Musikvideo "Smombie-Invasion", Quelle: YouTube-Kanal Musik kann mehr!©

Weitere Informationen zum Programm des AS Jugendzentrum Niedersprockhövel hier.


Skatefahrt vom Saarland in die Niederlande

Ab nach Holland

Zum Skaten in die Niederlande reisen? Na klar! Acht junge Leute zwischen 17 und 23 Jahren brachen in Begleitung von zwei Betreuern zu einer dreitägigen Reise mit ihren Skateboards auf.

Aber nicht nur die vier "Wheels" standen dabei im Mittelpunkt. Die Reise musste auch in Eigenregie geplant werden: Termin finden, Unterkunft buchen, Kosten und Transport bedenken, Skatehallen und -parks finden und Zeitplan sowie Routen festlegen.
Die Gruppe organisierte alles selbstständig.

 

 

Tagsüber skaten – abends kochen und abwaschen

Das Interesse an der Fahrt des Jugendkulturzentrums Homburg war sehr groß. Doch dank der Förderung kam es nicht auf die Geldbörse, sondern auf die Leidenschaft und den Einsatz der Jugendlichen an.

Alleine unterwegs sein – das bedeutete für die Jugendlichen nicht nur Spaß an besonders guten Skateplätzen, sondern auch, Verantwortung übernehmen.

Es wurde gemeinsam eingekauft, gekocht, gegessen und abgewaschen. Jeder hatte seine Aufgabe.

Die gemietete Wohnung südlich von Den Haag war ein perfekter Ausgangspunkt für tolle Touren, aber auch für gemütliche Spieleabende.

Bildergalerie: Die Wohnung in Maasland (Niederlande)

Bildergalerie: Die Wohnung in Maasland (Niederlande)

Bildergalerie: Die Wohnung in Maasland (Niederlande)

"Die Halle ist ultra!"

Die ausgesuchten Skateparks und -hallen boten neue Möglichkeiten zum Skaten und wurden von den Jugendlichen ausgiebig genutzt. Rasante Manöver, Tricks, aber vor allem der Spaß als Team waren für alle ein besonderes Erlebnis.

Die Tour

  • Homburg, Saarland
  • Breda, Niederlande
  • Dordrecht, Niederlande
  • Hoek van Holland, Niederlande
  • Schiedam, Niederlande
  • Nijmegen, Niederlande
  • Homburg, Saarland

Zwischen den einzelnen Stationen diente die Unterkunft in Maasland, Niederlande, der Skategruppe immer wieder als Anlaufstation.

Mehr Meer, bitte!

Ein besonderer Höhepunkt war die Fahrt ans Meer, das einige sogar zum ersten Mal sahen. Deshalb wurde direkt ein zweiter Strandtag in die Reise eingeplant.

Die Jugendlichen konnten durch die Fahrt dem Alltag entrinnen, sich mit anderen Skatern austauschen und das Zusammenleben in einer Gruppe testen.

 


Talent-Detektive in Essen

 

 

Den Talenten auf der Spur

15 Jungen zwischen 6 und 14 Jahren trafen sich im Allbau TreffPunkt Mitzmannweg, um eigene Talente zu erforschen.

Mithilfe von Foto-, Textverarbeitungs- und Computerkursen wollten die Kinder und Jugendlichen ihre individuellen Stärken entdecken und ihr Umfeld dokumentieren. So konnten sie gleichzeitig erste Erfahrungen in den Berufsfeldern Journalismus, Fotografie oder Öffentlichkeitsarbeit sammeln.

Die Detektive

Die Teilnehmer hatten zwar unterschiedliche kulturelle Hintergründe, kamen aber aus einem Wohnquartier. Schnell zeigte sich, dass die Jungs gemeinsame Interessen und Hobbys teilen, vor allem Fußball und BMX fahren. Später entdeckten sie noch viel mehr Gemeinsamkeiten.



Die Ermittlung

Bei ersten Terminen nahmen sich die Teilnehmer gegenseitig unter die Lupe. Beim gemeinsamen Erkunden des Quartiers, beim Spielen und Sport machen wurden gemeinsame Stärken und Hobbys erprobt – alles fachmännisch von den Teilnehmern fotografiert und als Beweismaterial festgehalten.



Die Zeugen

Bei weiteren Treffen führten die Jungs Interviews mit einer Mädchengruppe, Bewohnern sowie dem Hausmeister des Quartiers. So lernten sie eine Menge über ihr Umfeld.

Die Mädchen überzeugten sie davon, dass Kochen Spaß macht. Die Detektive dehnten ihre Recherche daher spontan aus. Gefahndet wurde nun auch am Herd.

Schließlich sichteten die Kinder ihre erstellten Fotos und verschriftlichen ihre Ergebnisse.

Joel, 14 Jahre: "Themen sammeln, Ideen auswählen, Inhalte besprechen, Inhalte festhalten und in die Tasten hauen. So sind wir vorgegangen."

Fall abgeschlossen

Zum Schluss organisierten die Kinder eine Fotoausstellung, in der sie ihre Ergebnisse präsentierten. In einem selbst erstellten Magazin wurde die Spurensuche zusätzlich dokumentiert.

Die Kinder haben Erstaunliches über das Quartier herausgefunden und ihre ganz besonderen Talente aufgespürt – Fall gelöst!

 

Die spannende Fallakte

Mehr Informationen zu den Angeboten des Vereins für Kinder- und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten Ruhrgebiet e. V. gibt es hier.


Zirkusprojekt in Herne

 

 

Der Zirkus ist in der Stadt!

Einmal selbst in der Manege stehen, in die Rolle des Clowns schlüpfen oder selbst Kunststücke wie ein echter Artist einstudieren: All das konnten 14 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren in Herne ausprobieren. Der Jugendtreff Pantringshof wurde für kurze Zeit zu einem echten Zirkus.

Bildergalerie: Die Artisten

Bildergalerie: Die Artisten

Bildergalerie: Die Artisten

Geschicklichkeit und Teamgeist gefragt

Unterschiedliche Disziplinen wurden am Anfang erst einmal ausgetestet: Von Jonglage über Tanz, Bewegung und Geschicklichkeit trainierten die Teilnehmer verschiedene Fähigkeiten.

Die älteren Jugendlichen unterstützten dabei die jüngeren und alle arbeiteten zusammen.

Mit einfachen Tricks feilten die jungen Akrobaten an ihrer Technik und konnten sich schnell verbessern. Besonders beliebt waren Poi-Swinging und die Diabolos.

 

 

Was ist Poi-Swinging?

Poi-Swinging ist Bewegungskunst. Es besteht aus einem Ball, der an einer Schnur gehalten und in kunstvollen Bahnen geschwungen wird.

Das traditionelle Poi-Spiel ist etwa tausend Jahre alt und stammt aus Neuseeland.

Lernen mit allen Sinnen

Beim Erlernen der kleinen Kunststücke spielten sprachliche Fähigkeiten keine Rolle. Dadurch wurden Kinder und Jugendliche unterschiedlicher kultureller Herkunft schnell zu einem Team. Hemmschwellen konnten durch das gemeinsame Interesse abgebaut werden.

 

Insbesondere gefördert wurden:

  • Verantwortungsbewusstsein
  • Selbstvertrauen
  • Kommunikation
  • Rücksichtnahme
  • Motorische Fähigkeiten
  • Durchhaltevermögen
  • Zusammenhalt

Vorhang auf ­– Manege frei!

Was wäre ein echter Zirkus ohne Publikum? Bei einem Auftritt im Rahmen des Stadtteilfestes begeisterten die Kinder und Jugendlichen mit ihren Kunststücken die Menge.

Auch nach dem Projekt übten viele Teilnehmer ihre Jonglagenummern weiter. Die Zirkuswelt zog alle gleichermaßen in ihren Bann.

Hier geht es zur Website des Jugendtreff Pantringshof.


RAG-Stiftung
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