Anfang 2017 startete "Glückauf Jugend Kohle für coole Projekte" mit einem Aufruf an alle Jugendzentren in den Bergbauregionen an Ruhr, Saar und Ibbenbüren. Gesucht wurden Projekte, die entweder zur Persönlichkeitsentwicklung von Kindern beitragen oder dem Erwerb sozialer Kompetenzen dienen.

Zahlreiche Einrichtungen nutzten ihre Chance: 283 Jugendzentren aus 69 Städten und Gemeinden reichten Anträge ein. Insgesamt fördern die RAG-Stiftung und die IG BCE über 400 Projekte mit je 2.018 Euro. Damit werden rund 14.000 Kinder und Jugendliche erreicht.

 

 

 


Insgesamt 26 Prozent der eingereichten Projekte beschäftigen sich mit der Frage: Wie können Kinder und Jugendliche Anregungen für ihre Freizeitgestaltung finden, die sich positiv auf die Entwicklung ihrer Persönlichkeit auswirken? Damit war dies die zweit beliebteste Kategorie im Rahmen von "Glückauf Jugend – Kohle für coole Projekte".

Gefördert wurden in dieser Kategorie zahlreiche Sport- und Fitness-Workshops, Theaterprojekte, Exkursionen zu verschiedenen Orten im Ruhrgebiet, Musik-Kurse, Filmprojekte, Graffiti- und Hip-Hop-Workshops sowie Schreib- und Malkurse und vieles mehr.


Schwimmtraining in Bottrop

 

 

Schwimmen lernen nicht für jedes Kind ist das selbstverständlich

Aus diesem Grund bot das Jugendcafé der AGSB am Borsigweg an fünf Tagen einen Schwimmkurs an. Vor allem Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung, die nur wenige oder keine Schwimmkenntnisse haben, sollten mitmachen können.

Bildergalerie: Impressionen des Schwimmtrainings

Bildergalerie: Impressionen des Schwimmtrainings

Bildergalerie: Impressionen des Schwimmtrainings

Bildergalerie: Impressionen des Schwimmtrainings

Ein typischer Trainingstag

Der Trainingstag begann immer mit einem gemeinsamen Frühstück im Jugendcafé. Anschließend ging es je nach Wetterlage entweder ins Hallen- oder Freibad. Nachdem sich alle mit Wasserspielen aufgewärmt hatten, wurden am ersten Tag die Schwimmfähigkeiten getestet und individuell trainiert. Die Kinder und Jugendlichen sollten ihre Grenzen kennenlernen und sich nicht zu viel zumuten.

Zum Abschluss stand noch eine Besonderheit auf dem Programm: Mit dem Kanu ging es auf den Fluss Niers am Niederrhein. Bei einer Tour von Weeze bis Goch hatten alle viel Spaß.

Projekt für alle ein Erfolg

Bei dem Projekt gab es tolle Erfolgserlebnisse: Schon nach dem zweiten Tag legten zwei Kinder ihre Seepferdchen-Prüfung ab. Andere waren besonders mutig und sprangen am Ende sogar vom 5-Meter-Brett. Insgesamt 12 von 16 Teilnehmern können inzwischen sicher schwimmen. Vier jüngere Kinder können zwar noch nicht alleine schwimmen, haben aber Grundkenntnisse erlernt und bewegen sich gerne im Wasser.

 

Regelmäßiges Schwimmtraining geplant

Schwimmen gehen soll zukünftig ein fester Bestandteil des Angebots im Jugendcafé Borsigweg werden. Durch das Projekt haben die Kinder und Jugendlichen mehr Sicherheit beim Schwimmen bekommen und die älteren können in ihrer Freizeit eigenständig schwimmen gehen.

Weitere Informationen zum Jugendcafé gibt es hier.


Longboard- und Fitnesswerkstatt in Moers

 

 

Gleichzeitig sportlich und handwerklich aktiv werden

Die Box Moers hat genau das Jugendlichen mit dem Projekt "MaJo-Sports, Longboard- und Fitnesswerkstatt" an fünf Tagen in den Herbstferien ermöglicht. Insgesamt 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 14 und 17 Jahren bauten während eines Workshops Longboards. Alle Besucher des Jugendzentrums sollten diese später ausleihen können.

Verschiedene Fähigkeiten waren gefragt

Motiviert starteten die Jugendlichen in das Projekt und stellten sich vor allem den handwerklichen Herausforderungen. Hierbei mussten sie sowohl mathematisch/räumlich arbeiten, wie z. B. beim Messen und Zeichnen, als auch motorisch geschickt vorgehen.

Durch die gemeinsame Arbeit fand die Gruppe gut zueinander und unterstützte sich gegenseitig bei den einzelnen Arbeitsschritten. Bei der Gestaltung der Longboards liefen alle dann zur Höchstform auf, so dass sehr aufwendige und schöne Ergebnisse entstanden.

Zum Abschluss wurden die fertigen Boards bei einer gemeinsamen Probefahrt samt Einsteigerkurs getestet. Das Projekt kam so gut bei den Teilnehmern an, dass die Jugendlichen ihre Betreuer nach einer Wiederholung fragten.

"Bauen wir nächstes Jahr wieder ein Longboard mit euch? Das wäre cool."

Video "Longboard-Workshop", Quelle: YouTube-Kanal Die Box Moers

Training mit dem eigenen Körpergewicht

In einem zweiten Teil wurde das Projekt durch das Thema Fitness/Calisthenics ergänzt. Dabei trainierten die Teilnehmer mit ihrem eigenen Körpergewicht, sodass Zubehör oder Fitnessgeräte nicht notwendig waren.

Nach ersten Indoor-Stretching-Einheiten folgten weitere Übungen im Quartier, um den Jugendlichen kostenfreie Sportmöglichkeiten aufzuzeigen.

 

Selbstbewusstsein und Gemeinschaftsgefühl wurden gefördert

Durch den Workshop konnte ein tolles Ferienerlebnis geboten werden, über das auch das Selbstbewusstsein der Jugendlichen gestärkt wurde. Durch das Projekt kam ein lockerer und vorurteilsfreier Austausch der Jugendlichen unterschiedlicher Nationalitäten zustande. Teilnehmer und Organisatoren erlebten eine kreative und aktive Woche mit viel Spaß und neuen Erfahrungen.

Das aktuelle Programm gibt es auf der Facebook-Seite der Box Moers.


Graffiti-Projekt in Saarbrücken

 

 

Stadenmauer als Treffpunkt in Saarbrücken

Seit 15 Jahren besitzt Saarbrücken ein begehbares und erlebbares Zentrum der Jugendkultur, direkt im Kern der Stadt: die Stadenmauer. Lange kämpften Jugendliche für die Anerkennung als Treffpunkt und legale Graffiti-Fläche was schließlich auch gelang. 2017 sollte dieses Jubiläum gefeiert werden.

 

Neue Fläche zum Ausprobieren

Die Landeshauptstadt stellte dafür eine weitere legale Gestaltungsfläche für die Jugendarbeit zur Verfügung ein Areal zum Üben, Ausprobieren, Herantasten an Farbe, Kunst und Jugendkultur. Sie eignete sich optimal für den durch "Glückauf Jugend Kohle für coole Projekte" geförderten Graffiti-Workshop des Jugendzentrums Malstatt. Erfahrene Workshop-Leiter und Szene-Kenner begleiteten das Projekt.

Erst Inspiration sammeln, ...

Zum Einstieg erkundeten die Jugendlichen die Saarbrücker Innenstadt und suchten Beispiele zu den Themen Graffiti, Urban- und Street-Art. So konnten sie Inspirationen für die eigene Kreativität gewinnen.

 

... dann Entwürfe auf Papier vorbereiten ...

Anschließend fertigten die Jugendlichen im Atelier erste Graffiti-Entwürfe und "Trockenübungen" mithilfe verschiedener Materialien an. Parallel dazu bereiteten sie die Mauer für die Aktion vor. Dafür besorgten die jungen Graffitikünstler Material, stellten Gerüste und reinigten und grundierten die 4.800 qm große Wandfläche.

 

... und zum Schluss das Ganze auf die Wand bringen

Nach dem Skizzieren brachten die Jugendlichen gekonnt ihre erstellten Vorlagen mit Spraydosen an die Wand. Viele junge Talente entdeckten dabei erstmals ihre Fähigkeit, Ideen und Einfälle künstlerisch umzusetzen.

Jugendliche gestalten ihren Lebensraum

Aus einer Vielzahl großartiger Graffitis entstand nach den drei Tagen ein gemeinsam gestaltetes Gesamtkunstwerk. Das Projekt war ein voller Erfolg: Nicht nur die Kreativität der Jugendlichen konnte gefördert werden, sondern auch ihr soziales Engagement. In einer gemeinsamen Aktion gestalteten die Saarbrücker Jugendlichen ihre Umgebung und ihren unmittelbaren Lebensraum aktiv mit.

Adressen und Aktionen der Jugendzentren des Regionalverbandes Saarbrücken finden Sie hier.

 

 

 


Musicalworkshop in Recklinghausen

Wie ein professioneller Schauspieler auf der Bühne stehen

Bei dem Workshop in der Altstadtschmiede lernten die teilnehmenden Kinder innerhalb einer Woche das Geschehen auf und hinter der Theaterbühne kennen. Nicht nur das Einstudieren von Dialogen, Choreografien und Gesangsstücken war aufregend für die Jungschauspieler. Auch wie man sich auf einer Bühne verhält, dass man leise im Backstage-Bereich sein muss und am besten immer mit dem Gesicht zum Publikum steht, musste erst einmal geübt werden.

 

Viel Applaus für das Ergebnis

Bei der Aufführung des Musicals zeigten die jungen Talente ihren Familien und Freunden stolz, was sie gelernt hatten. Das Publikum applaudierte minutenlang und die Kinder bekamen viel Lob und Anerkennung.

Bildergalerie: Eindrücke von den Bühnenproben

Bildergalerie: Eindrücke von den Bühnenproben

Bildergalerie: Eindrücke von den Bühnenproben

Musical entstand als Gemeinschaftswerk

Alle waren bei dem Projekt mit Begeisterung dabei und es entstanden spannende Diskussionen während der Arbeit am Stück. Wer gerade einmal nicht auf der Bühne stand, konnte bei der Regieführung helfen. Das machte am Ende den Unterschied zwischen einem normal einstudierten Schauspiel und einem tollen Gemeinschaftswerk.

Worum ging es in dem Musical?

Lotta hat eine Freundin, die außer ihr niemand sehen kann. Sie hat starke Probleme, sich in der Schule zu integrieren, da sie oft von ihren Mitschülern ausgelacht wird. Ihre unsichtbare Freundin Maya unterstützt sie in allen Lebenssituationen und ist immer bei ihr. Lotta kann sich immer auf sie verlassen.

Trotzdem ist Lotta oft traurig, dass ihre Mitschüler sie ärgern. Ihre Mutter tröstet sie und sagt ihr, sie soll einfach so bleiben, wie sie ist.

 

Akzeptanz, Freundschaft und Selbstvertrauen als zentrale Themen

Zum Schluss gibt es eine überraschende Wendung: Lana, eine Mitschülerin, kommt zu Lotta und gesteht ihr, dass sie auch mal eine unsichtbare Freundin hatte. Die beiden Mädchen überzeugen ihre Mitschüler davon, dass man nur fest an etwas glauben muss, damit es auch passiert bzw. damit man es sieht.


RAG-Stiftung
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